Ich kannte die Serie noch nicht, als ich mal wieder auf einem Krabbeltisch für Bücher den Roman fand. Zu meiner Überraschung war der Roman gut, was bei mir schwer ist da ich eine große Abneigung gegen das Militär habe.
Das Buch ist im klassischen Sinne Militär-SF, in diesem Band geht es darum was passiert, wenn eine große Armee verkleinert wird und man dabei nicht auf die soziale Verträglichkeit dieses Personalabbaus achtet.
Eine der großen stärken das Romanes ist, das der Autor William C. Dietz, weiß wovon er schreibt. Er weiß wie eine Armee funktioniert, wie die Geschichte der Legion aussieht. Alleine schon aus diesem Grund werden die Charaktere aus dem Roman glaubhaft.
Was mich ein wenig an dem Roman gestört hat, das die Menschen zu geradlinig sind, die guten sind gut und die Bösen sind abgrundtief Böse. Die irre geleiteten sind zwar auf gewisser weise die wohltuende Ausnahme, aber es wird zu wenig auf Ihre zweifel und inneren Dispute eingegangen.
Es war der erste Roman dieser Serie für mich und doch fand ich mich schnell in der Welt der Sternenlegion zurecht. Die Technologien und deren Konzepte waren nicht wirklich neu und überraschten wenig. Die Waffen waren intelligenter geworden, die Soldaten werden im Notfall und/oder anstatt der Todesstrafe zu Cyborgs umgeformt. Was eine gewisse Unsterblichkeit ermöglicht. Die Cyborgs besitzen diverse Ausprägungen, von vollkommen Humanuiden bis zur 50 oder gar 60 Tonnen schwerer waffenstarrender beweglicher Festungen.
Zur Geschichte, es gibt drei grundsätzliche Handlungsstränge. Der erste erzählt die Geschichte von eine Macht besessenen Senatorin die Teile des Militärs und deren Unzufriedenheit nutzt um einen Putsch auf der Erde durchzuführen, welcher von einem äußerst aggressiven Konzern gefördert wird.
Dann gibt es die guten, verkörpert im militärischen Sinnen von Collonel Bollyd, der eine Art Abschaum der Legion Kommando erhält, da er bei einem Prozess aussagt, der gegen den Sohn der oben erwähnten Senatorin aussagt. Er schafft es durch seine Art und gerechter fordernder Disziplin, den Sauhaufen in eine brauchbare Einheit zu formen.
Im Weltall bereiten dann diverse ET's den Krieg des nächsten Band vor.
Interessante Nebenlinien sind Radio-Freedom, wo ein junger Hochintelligenter Taugenichts, auch Geek genannt, eine Art Freie-Presse etabliert. Mit Hilfe von vielen Freiwilligen und Technikspielzeug, wie Fliegendekameras in Fliegenform von einem anonymen Gönner Namens JJ schafft er es den Planet Erde vor einer gleichgeschalteten Presse zu schützen und die Menschheit über das wahre Ausmaß der Brutalitäten und Tyrannei zu informieren.
Das Buch ist sehr zwiespältig für mich, zum einen dieses hochjubeln der militärischen Tugenden, zum anderen die Gefahren die aus zu großer Machtbündelung jeglicher Art entsteht. Es ist äußerst flüssig zu lesen und ist sehr kurzweilig, trotz vielleicht auch gerade wegen Passagen mit den extrem erhöhten Testosterongehalt. Man könnte dem Autor, wenn man den Inhalt nicht reflektiert puren Militarismus vorwerfen, er hat aber den Bogen, wenn auch gerade so, das genug Denkanstöße und Kritik gegenüber dem Militär gegeben ist, das klar wird das diese Intuition ein notwendiges Übel ist. Um so gewalttätiger die Umwelt, um so notwendiger.
Gute Unterhaltung, aber mit Vorsicht zu genießen. Nicht geeignet für junge Männer die ein unreflektiertes Faibel für das Militär haben, wenn auch gerade diese, es lieben werden.